Wenn von phallischen Orten die Rede ist, denken manche an den Obelisken auf der Place de la Concorde, andere an den Manneken Pis in Brüssel und seinen Pipi-Brunnen …
Doch in Wirklichkeit sind die Mikropenisse antiker Statuen und Gebäude, die angeblich wie Schwänze aussehen, nur weil sie ungefähr gerade stehen, ein Klacks im Vergleich zu den fabelhaften riesigen Deko-Pimmeln, die überall auf diesem Planeten herumstehen.
Bereit für eine Weltreise zu den wahrhaft phallischen Monumenten? Los, alle einsteigen! Von eurem Stuhl aus könnt ihr eine ganze Reihe von Penisstatuen unter freiem Himmel bestaunen.
1. Der Kharkhorin Rock
Der Kharkhorin Rock in der mongolischen Steppe ist ein schöner Penis aus Stein, dem man Opfergaben darbringen kann.
Der Legende nach soll ein Mönch, der sein Zölibatsgelübde missachtete und zum großen Verführer geworden war, zur Strafe kastriert worden sein.
Der Kharkhorin Rock soll errichtet worden sein, um den anderen Mönchen diese grausame Strafe in Erinnerung zu rufen und ihnen die Lust auf Schäferstündchen mit den Frauen aus der Gegend zu nehmen. Da herrscht bei den Mönchen wohl keine besonders ausgelassene Stimmung …
2. Der Haesindang Park
Der Haesindang Park, auch Penis Park genannt, liegt in Sinnam bei Samcheok in Südkorea. In diesem Park stehen jede Menge Totempfähle in Penisform.
Aber davon habe ich euch schon hier erzählt.
3. Der Dionysos-Tempel auf Delos
Für die alten Griechen war die kleine Insel Delos, auf der sich der Dionysos-Tempel befand, heilig. So heilig, dass niemand dort geboren werden oder sterben durfte, aus Angst, die Götter zu beleidigen.
Schwangere und Sterbende wurden deshalb auf die Nachbarinsel gebracht.
Penisse hingegen, die Attribute der Satyrn, waren dort willkommen. Stolz schmückten sie also den Dionysos-Tempel und ragten auf Marmorsäulen in die Höhe.
4. Der Kaule o Nanahoa
Der Kaule o Nanahoa (auf Hawaiianisch „Nananhoas Penis“), auch einfach „Phallic Rock“ genannt („phallischer Felsen“ auf Englisch), ist ein eineinhalb Meter hoher Felsen in Form eines Dödel. Er steht in einem Wald am Fuß des Nananhoa-Hügels auf Hawaii.
Der Legende nach bewunderte Nananhoa, der männliche Gott der Fruchtbarkeit, ein hübsches junges Mädchen am Ufer eines Teichs. Doch seine Frau Kawahuna packte ein Anfall von Eifersucht, und sie ging auf das Mädchen los, das mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hatte, und zog es an den Haaren.
Da schlug Nananhoa Kawahuna, die sich daraufhin in Stein verwandelte. Dann verwandelte auch er sich in einen Felsen – in phallischer Form. Was, seien wir ehrlich, für einen Fruchtbarkeitsgott ziemlich gewöhnlich ist.
5. Jeju Loveland
Jeju Loveland in der südkoreanischen Provinz Jeju ist ein Vergnügungspark für Erwachsene, der ganz der Erotik gewidmet ist.

Dort kann man also jede Menge riesige Penisse bestaunen. Mehr darüber habe ich euch in diesem Artikel erzählt.
6. Das Kanamara Matsuri
Das Kanamara Matsuri (oder „Fest des eisernen Penis“) ist kein Monument, sondern ein Fruchtbarkeitsfest, das jeden Frühling in der japanischen Stadt Kawasaki stattfindet.
Bei diesem Fest trägt die Menge mehrere riesige Penisskulpturen aus verschiedenen Materialien in einer Prozession durch die Straßen. Bald erzähle ich euch mehr darüber und widme dem Fest einen eigenen Artikel.
7. Das Chao Mae Tuptim
Das Chao Mae Tuptim in Bangkok ist ein Schrein zu Ehren der Göttin Tuptim, des Geistes, der in dem Baum wohnt, der den Schrein beherbergt.
Er ist mit Hunderten von Lingam geschmückt, phallischen Skulpturen, die eine der Gestalten des hinduistischen Gottes Shiva darstellen.
8. Der Cock Rock
Der Cock Rock (was man mit „Schwanzfelsen“ übersetzen könnte) in Arizona ist ein besonders bemerkenswertes Exemplar eines accidental penis.
Diese schwanzförmige Granitformation ist nämlich zu 100 Prozent natürlich (und nebenbei bemerkt reimt sich „Granit“ auf Französisch auf „bite“, also „Schwanz“). Manchmal hat auch die Natur Spaß daran, Pimmel zu formen.
9. Die Maya-Ruinen von Uxmal
Zu den Maya-Ruinen von Uxmal auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gehört ein Bauwerk, das Phallustempel genannt wird.
Etwa fünfzehn steinerne Penisstatuen stehen dort unter einem Palmendach.
10. Der Friedhof von Khalid Nabi
Der Friedhof von Khalid Nabi, auch „Tal der Geschlechtsorgane“ genannt, liegt nahe der Stadt Gonbad-e Qabus im Iran, nicht weit von einem Mausoleum entfernt, das man für das Grab des Propheten Khalid Nabi hält.
Er umfasst mehr als 600 Grabsteine. Einige haben die Form eines Penis, andere die eines Busenpaars.
Die genaue Entstehungsgeschichte des Friedhofs ist unklar. Der Legende nach soll Khalid Nabi, nachdem Abtrünnige ihn von diesem Ort vertrieben hatten, Gott gebeten haben, sie in Stein zu verwandeln – und so sollen die Bewohner der Gegend zu diesen Statuen geworden sein.
Leider gehen Touristen nicht immer respektvoll mit dem Ort um, und ein guter Teil der Steine ist innerhalb weniger Jahre verschwunden.
11. Bhutan
In einem Artikel über fliegende Penisse habe ich euch schon von den phallischen Verzierungen erzählt, die Gebäude in den ländlichen Regionen Bhutans schmücken.
Glücksbringer-Penisse sind auf die Wände gemalt und hängen überall in Häusern und auf Feldern. Kurz gesagt: Phallische Orte gibt es dort im Überfluss.
12. Pompeji
Bevor die römische Stadt Pompeji durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde, war sie blühend und wohlhabend.
Kunst war dort also allgegenwärtig, und in der Römerzeit zeichnete und schnitzte man gern Phallusse, um böse Geister abzuwehren.
Besonders beliebt war der Penis des Fruchtbarkeitsgottes Priapus, der auch die Gärten und Herden beschützt. Der missgestaltete Gott Priapus, dessen männliche Attribute besonders üppig geraten waren, verlangte bei seinem Fest, dass man ihm Esel opferte. Die hasste er nämlich seit einem Streit, der mit einem Schwanzvergleich zu tun hatte.
Priapus und sein Riesengerät an den Wänden von Pompeji
13. Der Tempel von Chucuito
Der Fruchtbarkeitstempel von Chucuito in Peru umfasst nicht weniger als 86 phallusförmige Monolithen, von denen die höchsten eineinhalb Meter hoch sind.
Archäologen, die die Stätte seit mehr als einem halben Jahrhundert erforschen, halten es allerdings für möglich, dass es sich teilweise um einen Schwindel handelt, mit dem Touristen angelockt werden sollen.
Die Ruinen selbst sind unbestreitbar sehr alt, doch vermutlich wurden die Steine viel später so zusammengesetzt, dass sie Pimmel bilden. Und der sogenannte „Fruchtbarkeitstempel“ hatte ursprünglich wahrscheinlich eine ganz andere Funktion.
Die Einheimischen freuen sich jedoch über die Einnahmen der Besucher, die auf der Suche nach einem Schwanztempel sind, und ziehen es vor, die Legende zu pflegen und wissenschaftliche Debatten zu vermeiden.
16. El Infiernito
El Infiernito ist ein phallisches Monument in Villa de Leyva in Kolumbien, das vom Volk der Muisca errichtet wurde.
Dieser von phallischen Menhiren umgebene Ort diente religiösen Zeremonien und Reinigungsritualen und zugleich als einfaches Observatorium.
Als die spanischen Konquistadoren dort ankamen und glaubten, einen Ort der Teufelsanbetung vor sich zu haben, nannten sie ihn „Die kleine Hölle“ (auf Spanisch „El Infiernito“).
17. Das Heiligtum von Iizaka-Onsen
Nordwestlich von Iizaka-Onsen, einem Stadtteil der (inzwischen traurigerweise berüchtigten) Stadt Fukushima in Japan, befindet sich (oder befand sich? Das Foto stammt aus dem Jahr 2007) ein Fruchtbarkeitsschrein, der mit zahlreichen Penissen aus Holz und Stein geschmückt ist.
18. Die Tham Phra Nang
Die Tham Phra Nang, auch „Penishöhle“ genannt, ist eine Höhle am Strand von Phra Nang in der thailändischen Provinz Krabi.
Sie ist mit einer ganzen Menge aufeinandergestapelter Penisskulpturen geschmückt.
Um diese Höhle ranken sich zwei verschiedene Legenden.
Entweder soll Phra Nang eine indische Prinzessin gewesen sein, die bei einem Schiffbruch ums Leben kam, oder sie war die Frau eines Seemanns, der auf See verschollen war. Verzweifelt soll sie in dieser Höhle auf die Rückkehr ihres Mannes gewartet haben – bis an ihr Lebensende.
19. Der Sukuh-Tempel
Der javanische Sukuh-Tempel in Indonesien ist voller phallischer Statuen und Reliefs.
20. Das isländische Phallologische Museum
Das isländische Phallologische Museum ist ein Museum, das sich ausschließlich Penissen widmet.
Dort kann man Penisse verschiedener Arten bestaunen, die in Formaldehydgläsern aufbewahrt werden, sowie Skulpturen von Pimmeln.

21. Das Formosa Aboriginal Culture Village
Das Formosa Aboriginal Culture Village in Taiwan ist kein echtes Dorf, sondern ein 1986 gegründeter Themenpark.

Es ehrt die indigene Kultur und lockt zugleich Touristen an. Zur Dekoration gehören phallische Skulpturen oder Lingam.
22. Der Buddha-Tempel in Changhua
Der Buddha-Tempel in Changhua auf Taiwan beherbergt einen phallischen Lingam zu Ehren des Gottes Shiva.
23. Wellust
In der niederländischen Stadt Utrecht steht am Ufer eines Kanals namens Nieuwegracht (wörtlich: „neuer Kanal“) eine Statue mit der Aufschrift „Wel lust“.

Diese seltsame Statue zeigt eine Frau mit üppigem Busen und drei Penis-Köpfen über einer weiblichen Scham. Sie stellt die Wollust dar, eine der sieben Todsünden. „Wellust“ bedeutet auf Niederländisch übrigens „Wollust“.
24. Der Riese von Cerne Abbas
Der Riese von Cerne Abbas ist eine in den Boden eines Kreidehügels geritzte Darstellung einer nackten menschlichen Gestalt. Sie trägt eine Keule und zeigt gut sichtbar einen erigierten Penis.
Historiker vermuten, dass diese Figur um 1600, während des Englischen Bürgerkriegs, entstanden ist. Der Riese könnte den mythologischen Helden Herkules darstellen und Oliver Cromwell verspotten – einen Politiker, den seine Feinde „den englischen Herkules“ nannten.

Als 2007 der Simpsons-Film herauskam, bekam der arme Riese einen Gefährten: Auf dem benachbarten Feld wurde ein Homer Simpson in Unterhose gezeichnet, mit einem Donut in der Hand.
25. „Phallus“ von Eckart Grenzer
Die Statue „Phallus“ ist eine Granitskulptur, die der Künstler Eckart Grenzer 1984 geschaffen hat.
Sie steht am Strand von Dangast in Deutschland. Bei jeder Flut trifft dieser steinerne Phallus auf das Meer und paart sich sozusagen mit ihm.
26. Westminster Bridge
Die berühmte Londoner Westminster Bridge war ganz sicher nicht als phallisches Bauwerk gedacht.

Doch die Sonne hat ihr einen Streich gespielt: Wenn man sich die Schatten ihrer Verzierungen ansieht, erkennt man ziemlich eindeutige Formen.
27. Der Fruchtbarkeitsschrein von Nikaho
Der Fruchtbarkeitsschrein von Nikaho in Japan beherbergt einen mit Schnüren geschmückten Steinpenis.
28. Michelangelos Bacchus
In Rom ist man sich nicht ganz sicher, ob die Ähnlichkeit zwischen dem Füllhorn dieses von Michelangelo geschaffenen Bacchus und einem riesigen mutierten Dödel beabsichtigt oder zufällig ist.
Auf jeden Fall lässt sich nicht leugnen, dass die Pose der Statue durchaus missverständlich ist.
29. Long Tom
Long Tom ist ein phallischer Monolith in der Grafschaft Cornwall in England.
Ursprünglich handelt es sich wahrscheinlich um einen Menhir aus der Jungsteinzeit, der später christianisiert wurde, indem man ein Kreuz in seine Spitze ritzte.
30. Das Ethnologische Museum von Hanoi
Der Zaun des Ethnologischen Museums von Hanoi in Vietnam ist mit Statuen von Paaren geschmückt, die kurz davor sind, miteinander ins Bett zu steigen; der Penis des Mannes ist dabei gut sichtbar erigiert.

Bildquellen zu diesen phallischen Orten
(Creative-Commons-Lizenz):
- Kharkhorin Rock: Flickr-Galerien von einalem und alex_and_stacy.
- Dionysos-Tempel auf Delos: Flickr-Galerie des Institute for the Study of the Ancient World.
- Haesindang Park: Flickr-Galerie von Mike Rowe.
- Kaule o Nanahoa: Flickr-Galerie von davidd.
- Jeju Loveland: Flickr-Galerie von LonelyBob.
- Kanamara Matsuri: Flickr-Galerie von David Shackelford.
- Chao Mae Tuptim: Wikimedia.
- Cock Rock: Flickr-Galerie von Jason Corneveaux.
- Maya-Ruinen von Uxmal: Flickr-Galerie von Mark Bellingham.
- Bhutan: Flickr-Galerie von graham.
- Pompeji: Flickr-Galerien von F. Tronchin, a-birdie, mararie und Leandro Neumann Ciuffo, Creative Commons.
- Friedhof von Khalid Nabi: Wikipedia und Wikimedia.
- Fruchtbarkeitstempel von Chucuito: Flickr-Galerie von Jay Joslin.
- El Infiernito: Flickr-Galerie von Gordon McMullan und Wikipedia.
- Heiligtum von Iizaka-Onsen: Flickr-Galerie von likeablerodent.
- Tham Phra Nang: Flickr-Galerien von Ken Marshall, fabulousfabs und Giuseppe Bognanni.
- Sukuh-Tempel: Wikipedia.
- Isländisches Phallologisches Museum: Flickr-Galerien von katie king, Richard Baer und JasonParis.
- Formosa Aboriginal Culture Village: Flickr-Galerie von hellomofo.
- Buddha-Tempel in Changhua: Flickr-Galerie von Wm Jas.
- Wellust: Flickr-Galerie von Expectmohr.
- Riese von Cerne Abbas: Wikipedia.
- Phallus von Eckart Grenzer: Flickr-Galerie von mightymightymatze.
- Westminster Bridge: Flickr-Galerie von Alex Brown.
- Fruchtbarkeitsschrein von Nikaho: Flickr-Galerie von Chris Lewis.
- Michelangelos Bacchus: Flickr-Galerie von Merlin.
- Long Tom: Flickr-Galerie von Richardzinho.
- Ethnologisches Museum von Hanoi: Flickr-Galerie von Gavin White.








































