Wir hatten die Gelegenheit, das Lelo Lyla 2 auszuprobieren, ein ferngesteuertes Vibrations-Ei. Zum ersten Mal testen wir auf diesem Blog ein Sextoy dieser Art, aber es wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein.
Auf den ersten Blick scheint das Lyla 2 so einige Gemeinsamkeiten mit dem Tiani 2 zu haben, einem Paarvibrator derselben Marke, zu dem wir kürzlich unseren Test veröffentlicht haben.
Das ist für uns also eine Gelegenheit, diese beiden Sextoys miteinander zu vergleichen. Aber vor allem auch, um herauszufinden, ob das Lyla 2 unseren Erwartungen an ein Vibrations-Ei entspricht. Ein solches erotisches Accessoire sollte sich diskret verwenden lassen, also leise sein und eine ausreichende Reichweite haben.
Das Sextoy
Aussehen
Das Lelo Lyla 2 besteht aus zwei Teilen: dem Ei und seiner Fernbedienung.
Der Länge nach ist es etwa so breit wie meine Handfläche, und ich kann es mit geschlossenem Faustgriff halten, sodass nur das Metallende herausragt.
Wer lieber konkrete Maße hat: etwa 7,5 Zentimeter lang und 3 cm Durchmesser an der breitesten Stelle.
Die Fernbedienung ist identisch mit der des Tiani 2. Die beiden Fernbedienungen lassen sich übrigens problemlos austauschen.
Das Modell, das wir erhalten haben, ist violett, es ist aber auch in Fuchsia und Schwarz erhältlich.
Textur und Materialien
Das Lyla 2 und seine Fernbedienung bestehen aus medizinischem Silikon mit einer sehr weichen Oberfläche.
Eine dünne, glatte Metallschicht überzieht das ABS-Kunststoffende des Eis (die „Kappe“, die die Stelle abdeckt, an der das Ladegerät angeschlossen wird) und das Batteriefach der Fernbedienung.
Wenn man mit dem Finger über das Objekt fährt, spürt man die Nahtstelle zwischen den beiden Materialien deutlich. Verletzen kann man sich daran aber nicht, sie ist ziemlich glatt. Gleitgel und andere Flüssigkeiten bleiben gern dort hängen, aber beim Reinigen gibt es keine besonderen Schwierigkeiten: Man muss es einfach aufschrauben.
Stromversorgung
Das Stromversorgungssystem ist dasselbe wie beim Tiani 2.
Das Ei ist wiederaufladbar. Die Ladegeräte von Tiani 2 und Lyla 2 lassen sich übrigens untereinander austauschen.
Zum Aufladen muss man es aufschrauben und so den Silikonteil vom metallisierten „Deckel“ trennen. Darunter kommt der kleine Anschluss zum Vorschein, an den das Ladegerät angeschlossen wird. Die Mechanik liegt noch weit genug entfernt, dass man sie nicht sieht – ein gutes Zeichen. Was die Wasserdichtigkeit angeht, sieht das ziemlich gut verarbeitet aus.

Zum Reinigen kann man das geschlossene Gerät problemlos unter Wasser halten. Wenn es sich ohne Bedenken in einer Vagina aufhalten kann, wird es auch unter einem Wasserhahn zurechtkommen.
Um die Nahtstelle gründlich zu reinigen, würde ich nach dem Aufschrauben allerdings darauf achten, kein Wasser in den Ladeanschluss gelangen zu lassen und das Sextoy ein paar Augenblicke an der Luft trocknen zu lassen, bevor man alles wieder zuschraubt.
Stromversorgung der Fernbedienung
Die Fernbedienung wird mit Batterien betrieben (zwei AAA-Batterien). Auch hier gibt es denselben Öffnungsmechanismus, für den man entweder den Dreh raushaben oder das mitgelieferte kleine Werkzeug zur Hand nehmen muss.
Fernbedienung zum Batteriewechsel öffnen
Bedienelemente und Modi
Die Modi sind dieselben wie beim Tiani 2. Ich kopiere euch also einfach, was ich dazu in meinem Test des Tiani 2 notiert hatte:
Die bewegungsempfindliche Fernbedienung erhöht oder verringert die Vibrationsstärke je nachdem, wie man sie bewegt. Es gibt zwei Modi namens „SenseMotion“, die sich unterschiedlich verhalten:
- Im ersten, ziemlich intuitiven Modus hält man die Fernbedienung waagerecht, wenn man keine Vibrationen möchte, und neigt sie je nach gewünschter Vibrationsstärke mehr oder weniger stark.
- Im zweiten muss man die Fernbedienung möglichst schnell drehen, um die Vibrationsstärke zu erhöhen. Wozu dieser Modus gut sein soll? Handgelenktraining? Ein albernes Spiel für lange Winterabende? Keine Ahnung. Es ist sehr lustig, aber nicht gerade erotisch.
Es gibt auch klassischere Modi, insgesamt sechs. In ihnen wählt man einfach die Intensität mit den Tasten „+“ und „-“:
- Ein kontinuierlicher Modus,
- zwei Modi mit regelmäßigen Impulsen in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten,
- zwei Modi mit abgestufter Vibrationsstärke (in „Wellen“ oder „Sägezahn“-Mustern),
- ein Modus, der zufällig wirkt.
Mit einer Taste, die mit zwei „sich in den Schwanz beißenden“ Pfeilen verziert ist, kann man den Modus auswählen.
Verwendung des Lelo Lyla 2
Als klassischer Vibrator
Als Klitorisvibrator auf die klassische Art verwendet, ist das Lelo Lyla 2 sehr effektiv.
Als ich es einschaltete, hatte ich das allerdings nicht erwartet. Seine Vibrationen sind für seine Größe sehr kräftig, und trotzdem sind sie kaum zu hören.
Sie dringen tief ein und ermöglichen es, schnell und mühelos zum Orgasmus zu kommen. Die weiche Oberfläche trägt ebenfalls dazu bei.
Lelo Lyla 2 und Fleshjack Boys Jason Visconti Dick
Da das Ei recht klein und transportabel ist, eignet es sich auch als durchaus brauchbarer Mini-Vibrator. Ohne Fernbedienung ist es letztlich kürzer als das Lelo Mia, auch wenn sein Ladegerät etwas mehr Platz einnimmt, und es ist etwas leistungsstärker.
Sein Hauptzweck: als Vibrations-Ei
Der Hauptzweck eines Vibrations-Eis ist, dass man es in lustigen Situationen verwenden kann. Zum Beispiel bei einem Ausflug, ganz unauffällig in der Vagina getragen, während ein(e) Partner(in) es mit der Fernbedienung aus der Entfernung steuert.
So getragen bringt es einen nicht zum Orgasmus (und ohnehin sorgt ein Gegenstand, der ohne Hin-und-her-Bewegung nur im Inneren der Vagina vibriert, selten für einen Orgasmus – außer vielleicht bei einer extrem empfindlichen Muschi). Sein Zweck ist vor allem, zu erregen.
Crystal Eggs und Lelo Lyla 2
Einführen und Herausnehmen
Das Einführen ist ganz einfach: Es ist glatt und weich, aber ein Gleitmittel auf Wasserbasis kann helfen. Zum Herausnehmen muss man nur vorsichtig an der Schnur ziehen.
Reichweite der Fernbedienung
Beim Tiani 2 wirkt die Reichweite der Fernbedienung beim Tragen während des Geschlechtsverkehrs wie ein ziemlich überflüssiges Gadget. Beim Lyla 2 muss man da deutlich höhere Ansprüche stellen.
Sie muss nicht zehn Kilometer weit reichen. Aber wenn das Ei in der Vagina steckt – was im Vergleich zu Messungen „im Freien“ durchaus gute Gründe hat, die Ergebnisse zu beeinträchtigen –, sollte man die Fernbedienung nicht direkt an den Hintern der Person halten müssen, die es trägt, damit es funktioniert.
Wir haben also beschlossen, die Reichweite der Fernbedienung zu testen, während das Ei eingesetzt war. Das Ergebnis: mehrere gute Meter. Grob geschätzt etwa fünf Meter, mit einer Hausecke dazwischen. Mehr als genug, damit es Spaß macht.
Lautstärke
Wenn man es trägt, ist das Ei selbst sehr leise. In einem vollkommen stillen Raum nimmt man aus nächster Nähe ein leises, kaum hörbares Summen wahr. Schon aus einem Meter Entfernung hört man nichts mehr.
Die Fernbedienung vibriert
Wenn allerdings die Fernbedienung vibriert, während man sie in der Hand hält, ist das deutlich zu hören.
Es ist kein Tusch, aber als diskret würde ich das nicht bezeichnen. Die Fernbedienung vibriert zwar schwach, doch ohne die Hand gibt es nichts, was den Ton dämpft. Ohne Hintergrundgeräusche merkt man, dass man etwas Vibrierendes in der Hand hat – und es klingt nicht wie ein Handy.

Die Vibrationen der Fernbedienung deaktivieren?
Bei den „klassischen“ Modi lassen sich die Vibrationen der Fernbedienung deaktivieren. Dazu muss man nur lange genug auf die Taste mit dem Doppelpfeil drücken, bis die Fernbedienung aufhört zu vibrieren, also einige Sekunden lang. Anschließend kann man die Vibrationsfrequenz anhand einer blinkenden LED an der Fernbedienung erkennen.
Die SenseMotion-Modi haben dagegen keinen Modus „Fernbedienung vibriert nicht“. An sich ist das kein Problem: Diese Modi können beim gemeinsamen Spielen zwar sehr lustig sein (aber, wie schon gesagt, nicht besonders erotisch), aber draußen pausenlos mit dem Handgelenk herumzuwedeln, wäre kein besonders guter Einstieg in Sachen Diskretion.
Lelo Lyla, Njoy Pure Plug und We Vibe 3
Schlecht durchdachte Modi für eine diskrete Verwendung
Ein kleiner Wermutstropfen beim Lyla 2: Seine Modi sind nicht unbedingt besonders gut angeordnet, um eine diskrete Verwendung zu erleichtern.
Nach dem Ausschalten startet das Ei immer wieder im ersten SenseMotion-Modus. In diesem Modus vibriert die Fernbedienung also. Man muss daher jedes Mal durch die Modi „zappen“, bis man wieder bei einem klassischen Modus ist, und dann ein paar Sekunden lang auf die mittlere Taste drücken, um die Vibrationen der Fernbedienung auszuschalten. Ein paar unvermeidliche Sekunden „Bzzzz!“ bleiben trotzdem.

Theoretisch kann man es so einrichten, dass das unerwünschte Geräusch nur sehr selten, vielleicht sogar nur ein einziges Mal auftritt – vorausgesetzt, man hat die Sache per-fekt im Griff. Aber bei all diesen Modi ist es ziemlich kompliziert, alles fehlerfrei hinzukriegen … Das kann einem den Spaß verderben.
Es bleibt noch die Möglichkeit, es an einem ausreichend lauten Ort zu verwenden, wo man sich ein paar „Bzzzz!“-Laute der Fernbedienung von Zeit zu Zeit leisten kann. In einer Bar: klar. Beim Essen mit Tante Hortense: lieber nicht.

Fazit zum Lelo Lyla 2
Die Pluspunkte:
- Die Vibrationen sind kräftig und sorgen für eine Stimulation, die ihre Wirkung nicht verfehlt. Außerdem eignet sich das Lyla 2 dadurch auch als „klassischer“ Klitorisvibrator, mit dem man ohne allzu viel Mühe zum Orgasmus kommen kann.
- Die Vibrationen des Eis sind fast unhörbar: Ist der Vibrator eingesetzt und herrscht absolute Stille im Raum, hört man aus nächster Nähe ein leises, kaum wahrnehmbares Hintergrundgeräusch
- Gute Reichweite der Fernbedienung.
- Die allgemeine Qualität des Produkts überrascht mich bei einem Sextoy der Marke Lelo inzwischen nicht mehr wirklich. Trotzdem ist es schön, ein Objekt mit angenehmer Textur und solider Verarbeitung in der Hand zu haben, das keine Feuchtigkeit eindringen lässt und dessen Akku lange hält.
Die Minuspunkte:
- Nur ein Minuspunkt: Die Anordnung der Modi in Verbindung mit der Tatsache, dass die Fernbedienung in manchen Modi vibriert, ist weder besonders einfach noch praktisch. Wenn man den Ablauf nicht ganz genau beherrscht, kann es passieren, dass die Fernbedienung unvermittelt vibriert. Da man sie in der Hand hält, fällt das womöglich noch eher auf.
Kurz gesagt
Das Lelo Lyla 2 wäre ganz nach meinem Geschmack perfekt, wenn seine Fernbedienung nicht vibrieren würde.
Schade, denn diese Funktion und die SenseTouch-Modi sollen eigentlich Pluspunkte sein, und beim Tiani 2 finde ich sie lustig. Beim Lyla 2 stören sie mich jedoch mehr, als dass sie mir nützen. Die Spielereien der Fernbedienung passen nicht wirklich zu dem, was ich mit einem Vibrations-Ei machen möchte. Eine einfachere, nicht vibrierende und vielleicht auch kleinere Fernbedienung wäre wünschenswert.
Abgesehen davon ist alles andere super. Die Qualität ist tadellos: Das Lyla 2 ist robust und weich, seine Fernbedienung hat eine ausreichende Reichweite, und das Ei selbst erzeugt kräftige Vibrationen, ohne dabei Geräusche zu machen.
Note finale du test
Les plus
- Vibrationen des Eies kräftig und nahezu unhörbar
- Gute Reichweite der Fernbedienung
- Gute Verarbeitungsqualität
Les moins
- Die Fernbedienung ist zu komplex, es ist schwierig, sich blind zwischen den Modi zurechtzufinden
- Die Fernbedienung kann vibrieren... und das hört man!




















